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Nachbehandlung der Brustvergrößerung

Nachbehandlung der Brustvergrößerung

Wunddrainage

Normalerweise werden zwei Saugdrainagen in der Wunde plaziert. In den meisten Fällen bleiben diese nur 1-3 Tage in der Wunde.

Kompression

Konpressionsbandagen werden manchmal in den ersten 24-48 Stunden angelegt um Schwellung und Blutergüsse zu vermindern.

BH

Ein spezieller Sport-BH, der besonders viel Halt bietet, muss in den ersten 4-6 Wochen auch beim Schlafen getragen werden. In den ersten zwei Wochen wird er oft miteinem sogenannten Stuttgarter Gürtel kombiniert. Dieser liegt um den Brustkorb, etwas oberhalb der Brüste, und verhindert so das Hochrutschen der Implantate.

Duschen

Der Operationsschnitt wird heutzutage oft nach dem Entfernen der Wunddrainage mit einem wasserdichten Pflaster abgedeckt. Mit diesem ist Duschen möglich.

Sport

Sportarten, die viel Bewegung des Brustkorbes und des Schultergürtels mit sich bringen, oder eine hohe Verletzungsgefahr haben, dürfen normalerweise erst sechs Wochen nach der Operation betrieben werden. Leichte Sportarten können schon nach vier bis fünf Wochen getested werden.

Schlafen

In der ersten Zeit nach der Operation muss auf dem Rücken geschlafen werden. Erst nach ungefähr sieben Wochen ist es möglich auf dem Bauch zu schlafen.

 

Risiken und Komplikationen der Brustvergrößerung

Schwellung und Blutergüsse

Sind in den ersten Tagen und Wochen nach der Operation normal.

Taubheit und Gefühlsstörungen

Störungen des Tastsinnes im Bereich der Brustwarze und auch der Brust sind besonders in den ersten Tagen nach der Operation häufig. Diese Störungen können nach allen Brustvergrößerungen auftreten, sind aber besonders häufig bei der Schnittführung in der Achselhöhle. Normalerweise normalisiert sich der Tastsinn in der Brust nach wenigen Wochen, in Einzelfällen kann es jedoch zu dauerhaften Störungen und Taubheitgefühl kommen.

Kapselfibrose

Um jeden Fremdkörper im Körper und somit auch um das Implantat nach einer Brustvergrößerung wächst eine körpereigene Hülle, die die Mediziner Kapsel nennen. Normalerweise ist diese Kapsel sehr dünn. Aus unbekannten Gründen kann sie sich jedoch in manchen Patienten auf mehrere Millimeter verdicken. Dieser Zustand wird als Kaspelfibrose bezeichnet. Manchmal wird eine weitere Operation zur Entfernung der verdickten Kapsel nötig.

Folgende Bedingungen stehen in Verdacht das Risiko einer Kapselfibrose zu erhöhen:

  • Infektion oder eine Kontamination mit Bakterien ohne sichtbare Infektion.
  • Silikonaustritt aus dem Brustimplantat
  • Eine genetische Neigung zur Ausbildung der Kapselfibrose oder verstärkte Fremdkörperreaktion
  • Autoimmunstörungen des Bindegewebes
  • Blutergüsse
  • Oberflächenbeschaffenheit der Brustimplantate

Das Risiko einer Kapselfibrose ist aus nicht vollkommen geklärten Gründen geringer, wenn das Implantat unter dem Brustmuskel implantiert wird.

Einteilung der verschiedenen Stadien der Kapselfibrose nach Baker.

·         Grad I – Normalzustand ohne sichtbare oder tastbare Kapselfibrose.

·         Grad II - Minimale Kapselfibrose aber kaum feststellbar. Es ist lediglich eine diskrete Verhärtung der Brustimplantate zu ertasten.

·         Grad III - Leichte Kapselfibrose - Die Patientin fühlt eine gewisse Spannung oder Festigkeit.

·         Grad IV - Sofort sichtbare starke Kapselfibrose, teilweise mit Schmerzen.

 

Behandlung der Kapselfibrose - Operation

Eine Behandlung einer Kapselfibrose ist erst ab den Stadien III und IV notwendig. Die Behandlung ist in aller Regel einer Operation, bei der je nach der Ausprägung der Kapselfibrose die folgenden Verfahren verwendet werden können:

Das Einschneiden der Kapsel an mehreren Stellen. Dieses Verfahren wird Kapsulotomie genannt und wird bei mittelstarken Kapselfibrosen häufig verwendet. In schwerwiegenderen Fällen muss die Kaspel entfernt werden, dabei wird meistens jedoch nur die obere Hälfte der Kapsel entfernt, während die Kapselhälfte auf der dem Brustkorb zugewandten Seite meist belassen wird. Bei dieser Operation kann auch die Lage der Implantate verändert werden. Häufig werden sie unter den Brustmuskel verlagert, falls sie zuvor darauf implantiert waren, da in dieser Lage das Risiko eine Kapselfibrose zu entwickeln geringen ist.

Beim häufigen Wiederauftreten einer Kapslefibrose müssen die Brustimplantate entfernt werden. Dies erfordert normalerweise auch eine Bruststraffung.

 

Infektionen

Wundinfektionen sind in modernen Operationssälen mit aseptischen Methoden zwar selten, können aber aufgrund der in der angeschnittenen Haut enthaltenen Bakterien nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Insbesondere beim Anschneiden von Schweissdrüsen, wie es bei der Schnittführung in der Achselhöhle unweigerlich geschieht, oder beim Anschneiden von Milchgängen, was bei der Schnittführung am Rand der Brustwarze passieren kann, ist das Infektionsrisiko erhöht.

Narkosezwischenfälle

Unterschiedliche Menschen reagieren unterschiedlich auf die Narkose. Ernsthafte Narkosezwischenfälle, wie Herz- oder Atemstillstand sind mit modernen Mitteln zwar sehr selten, kommen jenoch trotzdem manchmal vor, insbesondere, wenn die Patientin schon vor der Operation an bestimmten Erkrankungen leidet. Sprechen Sie deswegen unbedingt vor einer Operation mit ihrem Arzt und lassen Sie nichts aus Ihrer Krankengeschichte aus.

Waterfall deformity oder Wasserfallbrust nach der Brustvergrößerung

Die Waterfall- deformity nach einer Brustvergrößerung kann am besten in einer Profilansicht gesehen werden. Über der Brustwarze, die normalerweise von der Seite gesehen die höchste Erhebund auf der Brust darstellt, liegt eine zweite Erhebung, die vom Implantat gebildet wird. Dies ist im Gegensatz zu dem häufig damit verwechselten Double bouble Phänomen, bei dem die Wölbung des Implantates unter der Wölbung der Brustwarze sichtbar ist. Die Korrektur dieser beiden Deformierungen ist wird durch zwei unterschiedliche Operationen durchgeführt.

Wie kommt es zur Waterfall deformity?

Zeigt sich eine Waterfall deformity erst lange Zeit nach der Operation ist es im Allgemeinen auf alterbedingte Hauterschlaffung zurückzuführen. Die Brustdrüse rutscht als Teil des natürlichen Alterprozesses nach unten. Die fest verwachsenen Implantate rutschen allerdings oft nicht mit und sind deswegen über der Brust sichtbar und tastbar. Ist eine Waterfall deformity direkt nach der Implantation sichtbar, liegen die Implantate zu hoch. Das Risiko ist höher, wenn die Brust vor der Operation relativ schlaff war und keine Brustraffung durchgeführt wurde.

Korrektur der Waterfall deformity

Falls die Waterfall deformity erst lange Zeit nach einer Brustvergrößerung auftritt, ist das Problem normalerweise mit einer Bruststraffung behebbar.

Falls dieses Problem dirket nach der Brustvergrößerung sichtbar ist, kann eine Korrektur der Lage der Implantate nach unten entweder alleine oder in Kombination mit einer Bruststraffung notwendig sein. Es ist dafür allerdings notwendig, dass die Schwellung der Brust vollständig zurückgegangen und die Narbe nicht mehr empfindlich ist. Daher müssen 3-6 Monate nach der Brustvergrößerung abgewartet werden.

Das Double Bubble Phänomen

Das selten auftretende Sichtbarwerden der Implantate als zweite Ausbeulung (double bubble) unter der ursprünglichen Unterbrustfalte wird als Double bubble Phänomen bezeichnet. Es entsteht am häufigsten , wenn eine Brust mit sehr kleiner Basis mit einem Implantat korrigiert wird, das größer als die Basis der ursprünglichen Brust ist. In diesem Fall wird die neue Unterbrustfalte niedriger zu liegen kommen, als die ursprüngliche Unterbrustfalte. Diese liegt nun auf dem Implantat und muss sich dehnen um sich dem umliegenden Gewebe anzupassen. Ist das nicht möglich, wird sich die ursprüngliche Unterbrustfalte als Einschnürung abzeichnen. Oft kann der Operateur schon beim Einsetzen des Implantates durch gezielte Dehnungsschnitte in die ursprüngliche Unterbrustfalte das spätere Auftreten des Double Bubble Phänomens verhindern. Falls sich das Gewebe in den ersten Wochen und Monaten nach der Operation nicht wie vorgesehen dehnt, kann eine zweite Operation notwendig sein, bei der diese Entlastungs- oder Dehnungschnitte durchgeführt werden.

Rippling

Rippling ist die Bezeichnung, wenn das Implantat sicht-und/oder tastbare Falten wirft. Mit modernen Implantaten, die Silikongel statt des früher üblichen honigartigen Silikonöls enthalten, ist dieses Problem sehr selten. Kochsalzlösungshaltige Implantate sind allerdings relativ anfällig für dieses Problem. Die beste Methode dem Entstehen von Rippling vorzubeugen, ist der Gebrauch moderner Silikongelimplantate. Die Lage des Implantats unter dem Brustmuskel kann Falten im Implantat so kaschieren, dass sie nicht bemerkbar sind. Um Rippling zu korrigieren, kann die Implantatlage von vor dem Brustmuskel zu hinter dem Brustmuskel verändert werden, und/oder das alte Implantat kann mit einem modernen silikongelhaltigen ersetzt werden. Da eine etwas vollere Brust (d.h. eine Brust mit mehr Fettgewebe) das Implantat besser abdeckt, kann eine Gewichtszunahme ebenfalls helfen, einen Ripplingeffekt zu kaschieren.

Asymmetrie nach einer Brustvergrößerung

In den ersten Wochen nach einer ist die neue Büste oft assymetrisch. Das liegt in den meisten Fällen an unterschiedlich ausgeprägter Schwellung, die bald zurückgeht. Um ein Verrutschen der noch nicht festgewachsenen Implantate zu verhindern, was ebenfalls eine (dauerhafte) Assymmetrie verursachen kann, sollten insbesondere in den ersten Tagen alle ärztlichen Ratschläge, wie BH-tragen, keinen Sport treiben, auf dem Rücken schlafen etc. strengstens befolgt werden.

Durch diese Maβnahmen können kleine Unterschiede in der Lage der Implantate in den ersten Wochen auch noch korrigiert werden.

Ist die Brust auch nach mehreren Monaten noch assymetrisch, muss die Lage und/oder Gröβe der Implantate mit einer erneuten Operation korrigiert werden.

Morbus Mondor

Morbus Mondor ist eine sehr seltene Komplikation, die manchmal nach einer Brustvergrößerung auftreten kann. Diese Erkrankung ensteht dadurch, dass während der Operation das Blut in den oberflächlichen Venen in der Brust geronnen ist. Dies kann z.B. durch die Blutstillung während der Operation durch Verödung oder abbinden der Blutgefässe verursacht werden. Diese Thrombose führt häufig zu einer Entzündung des umliegenden Gewebens, die Schmerzen verursacht und dann Thrombophlebtits genannt wird. Die betroffenen Blutgefässe sind als schmerzhafte, harte Stränge tastbar. Es gibt keine spezifische Therapie für Morbus Mondor, allerdings können die Symtpome (Entzündung, Schmerzen) mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalizylsaüre behandelt werden. Eine Kühlung der betroffenen Stellen mit einem Eisbeutel kann auch Abhilfe schaffen.