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Operation PIP Implantate nicht zwingend

Posted on 31st Dec 2011 @ 4:36 PM

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Frauen derzeit nicht pauschal zur Entfernung potenziell gefährlicher Brustimplantate des Herstellers PIP. Betroffene Frauen sollten allerdings zum Arzt oder in die Klinik gehen, in der sie operiert wurden, um sich dort beraten zu lassen, sagte ein Sprecher des Instituts. Vergleichbare Krebsfälle wie in Frankreich gebe es in Deutschland nicht, betonte er.

Blick auf ein Silikon-Brustimplantat vor Röntgenbildern: Wie gefährlich sind die Implantate der Firma PIP? Nutzen und Risiko eines operativen Eingriffs müssten für jede Patientin abgewogen werden. Die Marke der Implantate sei von den jeweiligen Kliniken exakt dokumentiert. "Im besten Fall" wüssten die Frauen, ob sie ein Implantat der französischen Firma bekommen hätten, so der Sprecher. Anrufe verunsicherter Frauen zeigten aber, dass dies nicht immer der Fall sei. Den Angaben des BfArM zufolge ist unklar, wie viele Frauen in Deutschland ein Implantat der südfranzösischen Firma PIP bekommen haben. Bisher sind mindestens 19 Fälle gerissener Implantate bei Patientinnen in Deutschland bekannt,

Prof. Peter Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), betonte, dass eine krebserzeugende Wirkung des Gels in PIP-Implantaten noch nicht nachgewiesen sei. Der Verband wolle weitere Empfehlungen eines französischen Expertenkomitees abwarten, das am 5. Januar 2012 tage.

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Kostenübernahme fraglich

Sollten sich betroffene Frauen in Deutschland für einen Eingriff entscheiden, wird sich die Mehrheit an den Kosten der Behandlung beteiligen müssen. Angaben des Spitzenverbandes der Krankenkassen zufolge können nur Patientinnen mit einer vollen Kostenübernahme rechnen, die die Implantate beispielsweise nach einer Brustoperation aus medizinischen Gründen eingesetzt bekamen. "Schönheitsoperationen sind in der Regel Privatvergnügen und kein Fall für die Solidargemeinschaft", erklärte der GKV-Spitzenverband. Wie hoch dieser Beitrag ausfällt, ist demnach letztlich eine Entscheidung der jeweiligen Krankenkasse.

Der für die Genehmigung der Implantate zuständige TÜV Rheinland erstattete inzwischen Anzeige gegen die PIP. Der TÜV warf dem französischen Unternehmen eine systematische Irreführung vor. PIP habe nicht über einen Wechsel des Silikons informiert. Der TÜV Rheinland hat seine Zertifizierung für die PIP-Produkte bereits nach dem Konkurs der Firma ausgesetzt.

Ästhetisch-plastische Eingriffe werden nicht zentral erfasst

Brustvergrößerungen sind der häufigste plastische Eingriff in Deutschland. Nach DGPRÄC-Angaben ließen sich in diesem Jahr 29,2 Prozent der weiblichen Patienten die Brust vergrößern. Weitere häufige Eingriffe seien Fettabsaugungen und Lidstraffungen, wie Patientenbefragungen ergeben hätten. Da ästhetisch-plastische Eingriffe nicht zentral erfasst würden, existierten allerdings keine gesicherten absoluten Zahlen, erläuterte der DGÄPC-Sprecher.

Schätzungen der DGÄPC zufolge werden vier Fünftel der Brustoperationen aus ästhetischen Gründen vorgenommen. Bei den übrigen Eingriffen ginge es zum Beispiel um eine Rekonstruktion der Brust nach einer Krebsoperation. Da bei diesen Rekonstruktionen jedoch zunehmend körpereigenes Fett verwendet werde, gehe der Einsatz von Implantaten nach Krebsoperationen zurück.

 

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/brustimplantate100.html